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Vergessene und verschwiegene Geschichte

Die Geschichte der Gedenkstätte Wolfenbüttel

 

Einladung zu dem Vortrag
Vergessene und verschwiegene
Geschichte –

Die Geschichte der Gedenkstätte
Wolfenbüttel

von Dr. Helmut Kramer
Donnerstag, 24. Juli 2014, 19.00 Uhr

Rathaus - Ratssaal
Stadtmarkt 3-6
38300 Wolfenbüttel

Eintritt: frei

 

Jede Gedenkstätte zur NS-Zeit widmet sich der eigenen Geschichte schon deshalb, weil sich darin die schwierige Auseinandersetzung mit den Verbrechen der NS-Zeit spiegelt.

In der Ausstellung und den (spärlichen) Veröffentlichungen der Wolfenbütteler Gedenkstätte gibt es für die Zeit von 1945 bis zu ihrer Gründung Ende 1989 einen großen weißen Fleck.

Dazu gehört: die Verwahrlosung der 1947 zu Entlausungszwecken umfunktionierten Hinrichtungsstätte; der Entschluss des niedersächsischen Justizministeriums, den historischen Hinrichtungsbaus abzureißen, schließlich die große internationale Bürgeraktion, mit der dieser Versuch, eine lästige Vergangenheit zu entsorgen, vereitelt wurde.

Für die Zeit nach Gründung der Gedenkstätte ist nur bekannt, dass eine unter Mitarbeit ehrenamtlich arbeitender Experten entstandene Ausstellung Ende 1999 eröffnet wurde und dass die jahrelang erfolgreichen Tagungen für Richter, Referendare und Pädagogen im Jahre 2002 ersatzlos gestrichen wurden.

Ungefähr im Jahre 2007 wurde ein für die Erinnerung an die Verbrechen der juristischen Schreibtischtäter vorgesehenes zentrales Ausstellungsstück (ein Aktenregal, der sogenannte Täterturm) entfernt.

Das unter Anleitung der Gedenkstätte in den Jahren 2009/2010 von Schülern gestaltete Gräberfeld verwahrlost inzwischen. Unklar ist, ob eine völlige Neugestaltung geplant ist. Auch ist nicht zu erfahren, ob und wann innerhalb der 69 Jahre nach Kriegsende die Namen der dort bestatteten Justizopfer in das Verzeichnis nach dem Gesetz für die Erstattung der Kosten der Grabpflege eingetragen sind. Das ist die Voraussetzung für die Bezuschussung durch den Bund.

Warum hat die Gedenkstätte

·          ihre eigene Geschichte getilgt?

·          sich von den Bürgern abgeschottet?

·      durch Nichtbeantwortung von Kritik und Beschwerden?

·      durch Verweigerung von Auskünften über Opfer und Täter?

·      durch die Verweigerung von Einsicht in die historischen Akten, die allerdings möglicherweise katastrophal lückenhaft und ungeordnet sind?

·      durch Ausschluss gerade von renommierten Experten vom Zutritt zu der öffentlichen Gedenkstätte?

Warum wird eine vor drei Jahren einberufene „Internationale Expertenkommission“ wie ein Staatsgeheimnis behandelt?

 

 

http://www.kramerwf.de/typo3temp/pics/b1bb53915d.jpgDer verschwundene „Täterturm“

 

Bis zur der Eröffnung der Ausstellung in der Gedenkstätte Wolfenbüttel Ende 1999 waren nur 5 der bis zu 48 für den sogenannten Täterturm vorgesehenen Biografien erstellt. Weil die Gedenkstätte die weiteren Biografien nicht erstellte, schaffte man Ende 2007 dies zentrale Aus-stellungsstück auf den Dachboden.

 

Bericht in der WF-Zeitung vom 26.07.2014