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Gedenkstätte Wolfenbüttel

Die Rettung eines Erinnerungsortes

 

Daniel Sternal, 2019

Die Rettung eines Erinnerungsortes –
Das Hinrichtungsgebäude in der JVA Wolfenbüttel

Zunächst aber geht es um den Ort, an dem die Todesurteile der ansässigen NS-Justiz vollstreckt wurden. Die ehemalige Hinrichtungsstätte liegt in der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel, mitten in der Stadt. Heute ist dieses Gebäude eine Gedenkstätte für die Opfer der nationalsozialistischen Justiz; zwischen 1937 und 1945 starben dort wenigstens 527 Menschen[1] unter dem Fallbeil oder am Galgen: deutsche Zivilisten und Wehrmachtsangehörige, Juden, ausländische Zwangsarbeiter und Widerstandskämpfer, Straf- und Kriegsgefangene, Sinti und Roma[2]. Wolfenbüttel war der zentrale Hinrichtungsort für die Oberlandesgerichtsbezirke Braunschweig, Celle und Oldenburg sowie für die Landgerichtsbezirke Bielefeld und Paderborn. Bis ins Jahr 1942 kam der Scharfrichter aus der Landeshauptstadt Hannover; die Guillotine brachte er im Lieferwagen mit. Dann wurde in Wolfenbüttel selbst eine Guillotine aufgestellt[3].

Es war im Jahr 1990 nicht selbstverständlich, in dem einstigen Hinrichtungsgebäude eine Gedenkstätte einzurichten. Nach Kriegsende wurde dieser Ort mit Gleichgültigkeit und Verdrängung behandelt. In dem Gebäude

 Den gesamten Texte finden Sie hier

 

 


[1]        Diese Zahl ist der Homepage der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten entnommen:
wolfenbuettel.stiftung-ng.de/de/historischer-ort/die-hinrichtungsstaette/ (zuletzt eingesehen am 27.07.18)

[2]        Vgl. auch Helmut Kramer: Gedenkstätte für die Opfer der nationalsozialistischen Justiz und Lernort gegen die Tat, in: GedenkstättenRundbrief Nr. 100, 4/2001, S. 50 ff.

[3]        Vgl. Helmut Kramer: JVA Wolfenbüttel – kein Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, in: ÖTV in der Rechtspflege, Nr. 28 (November 1983), S. 18 f.